Deutsche Bank will ihre Kontrollsysteme ausweiten

ERM
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08. Juli 2019
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Redaktion RISIKO MANAGER

Trotz aller Bemühungen zur Kostensenkung im Rahmen des nun angekündigten Transformationsprozesses: An einem will die Deutsche Bank nicht sparen, dem Bereich Kontrolle und Sicherheit. Im Gegenteil. Bankchef Christian Sewing kündigte bei der Vorstellung des neuen Konzepts sogar Ausweitungen der Kontrollsysteme an.

Die Bank wird ihr Risikomanagement mit dem Bereich Compliance und der Abteilung gegen Finanzkriminalität zusammenführen, um Prozesse und interne Kontrollen zu stärken und die Effizienz zu steigern. „Diese Bereiche, die für unsere Integrität und das Vertrauen in unsere Bank so essenziell sind, werden damit an einer Stelle und unter der Leitung von Stuart Lewis gebündelt“, erläuterte Sewing.

Eine weitere Personalie in diesem Zusammenhang: Der Anwalt und Steuerberater Prof. Dr. Stefan Simon wird neuer Chief Administrative Officer (CAO) und als solcher für die Beziehungen zu den Aufsichtsbehörden und die Rechtsabteilung der Bank verantwortlich sein. Er war seit August 2016 Mitglied des Aufsichtsrats der Deutschen Bank und leitete dessen Integritätsausschuss. Der 1969 geborene Simon ist Experte für Governance, Compliance und Unternehmensrecht, Honorarprofessor an der Universität Köln und war lange als Partner der Bonner Kanzlei Flick Gocke Schaumburg tätig. Bis zu seiner regulatorischen Freigabe als Vorstandsmitglied wird Stefan Simon an Karl von Rohr berichten.

Die Deutsche Bank wird bis zum Jahr 2022 weitere 4 Mrd. Euro in verbesserte Kontrollen investieren. Sie wird ihre Bereiche Risiko, Compliance und die Abteilung gegen Finanzkriminalität bündeln, Um ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu verbessern, plant das Institut auch einen Umbau der Infrastrukturfunktionen. Dazu gehören Systeme und Prozesse, die alle Geschäftsbereiche unterstützen. Diese Funktionen sollen schlanker, innovativer und digitaler werden.

Gleichzeitig werde eine eigenständige Technologiefunktion geschaffen, die die Digitalisierung aller Geschäftsbereiche vorantreiben wird. Dadurch würde sowohl die Innovationskraft gestärkt als auch die internen Kontrollen weiter verbessert. Für die Investition in die Bereiche Technologie und Innovation steht in den nächsten drei Jahren ein Budget in Höhe von 13 Mrd. Euro bereit. (kra)

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Prof. Dr. Stefan Simon
Bildquelle: Deutsche Bank AG

Artikelbildquelle: iStock.com/SectoR_2010